Das Puber Tier

Aufgrund der vielen Nachfragen haben wir den Bericht vom letzten Jahr nochmal in die Zeitung aufgenommen.

Daher hier auch noch mal online für Euch.

Viel Spaß beim lesen:


Das Puber Tier

Auch in diesem Zeltlager hatten wir wieder die Möglichkeit als Berteuerologen eine große Herde Puber Tiere aus direkter Nähe zu beobachten. Das Pubertier haust normalerweise in Häusern und wird von seinen Eltern umsorgt. Jedes Jahr im Sommer macht sich das Puber Tier auf den Weg eine Woche gemeinsam mit anderen Puber Tieren zu verbringen.

In seinem normalen Lebensraum gibt es für das Puber Tier nur ein magisches Dreieck, welches er nur selten verlässt. Schule > Küche > Kinderzimmer. Das Puber Tier zeichnet sich aus durch im Wesentlichen herausragende Faulheit, Lustlosigkeit, geringe Auffassungsgabe und eine „alle sind doof“ Mentalität.

In seiner heimischen Umgebung gibt es das Puber Tier nur in 2 Aggregatzuständen. Entweder schlafend oder Essend. Selbst Wasser kann da mehr leisten.

Das Puber Tier hat eigentlich immer Hunger, steht mehrmals am Tag vor dem vollen Kühlschrank um dann vorwurfsvoll festzustellen, dass „nix zu Essen da ist“. Danach wird auf dem Bett oder dem Sofa gelegen, je nach dem wo man ungestörter Fernsehen gucken kann, nebenbei wird dann auf dem Handy mit anderen Puber Tieren gechattet.

Der heimischen Hemisphäre entrissen muss das Puber Tier sich im Zeltlager allerdings anpassen. Dies fällt den Puber Tieren nicht immer leicht. Sind sie ja gemeinhin dafür bekannt nicht besonders flexibel auf äußere Einflüsse reagieren zu können.

Man weiß nicht genau wohin die ganzen Puber Tiere jedes Jahr immer verschwinden, aber plötzlich sind die Puber Tiere nicht mehr da, und es werden junge Erwachsene daraus.

Im Zeltlager erweist sich schon der regelmäßige Kontrollblick in den Kühlschrank als Schwierigkeit. Man stelle sich eine Herde von über 200 Puber Tieren vor, die ca. 10 mal am Tag den Kühlschrank nach essbarem durchsuchen wollen.

Um also dem Drang nachgeben zu können, muss das Puber Tier notgedrungen umdenken. Statt des Kühlschranks muss der Süßigkeiten Vorrat unter dem Feldbett oder ersatzweise das Kantinenzelt herhalten.

Wo wir grad vom Bett sprechen. Woran erkennt man das Bett eines Puber Tieres? Um das Bett  wird ein Sch(m)utzwall aus  getragener Kleidung, Essensresten, Geschirr, Chipstüten, Zeitschriften und Schulsachen gebaut. Alle Versuche der Mutter scheitern an den oben genannten Punkten. Entweder vergisst das Puber Tier aufzuräumen, lehnt sich  grundsätzlich gegen jede Art von Autorität auf, oder das ist dann meist die „jetzt ist das Puber Tier mittendrin Phase“ es fängt an zu diskutieren. Über alles, Immer, egal wie ausweglos die Diskussion auch sein möge.

Das Zimmer eines Puber Tieres erkennt man übrigens auch meist an dem unverkennbaren Geruch. Frischluftzufuhr – so scheint es – ist ein natürlicher Feind dieses possierlichen Tieres.

Hier im Zeltlager wo wir nun die Herde der Puber Tiere aus Ihrem gewohnten Umfeld  gerissen haben, wo das einzelne Puber Tier (wahlweise der Prinz, oder die Prinzessin im Hause der Eltern ) degradiert wurde auf einfach nur „Jugendfeuerwehrkind“ muss das Puber Tier entgegen seiner ausgeprägten Reflexe zur Arbeitsverweigerung, ständiger Essensaufnahme und mindestens 18 Stunden in liegender Haltung Anpassungsfähigkeit  beweisen.

Es dauert einige Zeit bis das Puber Tier sich in der neuen Rolle wohl fühlt.  Doch das Puber Tier merkt sehr schnell, dass es die Möglichkeiten die er zu Hause nutzen kann, das Auflehnen gegenüber den Eltern und den Lehrern hier nicht in dem Maße ausspielen kann. Hier ist das Puber Tier für den jeweiligen Rudelführe (Betreuer) einfach nur einer von vielen.

Und so kommt es tatsächlich vor,  wenn man als geduldiger Betreuerologe lange genug wartet, dass man tatsächlich Puber Tiere erblicken kann die aufräumen, geduldig in der Essenschlange anstehen, ja sogar die Schwierigkeit der Nutzung von den nur schwer auszusprechenden Wörtern „Danke“ und „Bitte“ heraushören kann.

Besonders  das abwaschen ist eine Tätigkeit die Puber Tiere nur äußerst widerwillig erledigen. Gerüchte besagen, dass Puber Tiere daran gewöhnt sind schmutziges Geschirr im Zimmer liegen zu lassen (siehe oben) oder es in der Küche auf der Arbeitsplatte stehen zu lassen. Puber Tiere haben einen genetischen Defekt. Sie können zwar gut sehen, aber sie können einen Geschirrspüler nicht erkennen. Nicht sehen, nicht bedienen, nicht ausräumen. Geht nicht. ISSO !

Am Samstag endet nun das Leben unter freiem Himmel für unsere große Herde Puber Tiere.

Wie in jedem Jahr konnten wir viele interessante, aufschlussreiche, manchmal auch verstörende Einblicke in das  geheimnisvolle Leben der Puber Tiere gewinnen.

Die Gattung der possierlichen Puber Tiere fasziniert immer wieder aufs Neue. Sind Sie auch meist schwierig bis gar nicht zu führen, so zeigen die letzten Jahre, dass wir es immer wieder aufs Neue schaffen sie zu verantwortungsvollen jungen Erwachsenen heranwachsen zu lassen. Groß geworden in einer Gemeinschaft die nicht den einzelnen sondern immer die Gruppe als das Maß der Dinge sieht.

Jugendfeuerwehr, das beste Hobby was Puber Tiere haben können.

 

Gruß
Euer Schmacko

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